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Freitag 15.12.2017

ProArt - Ilmenau

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Welcher Wahnsinnige schleppt heutzutage noch freiwillig 5-6 Zentner in Form von Hammondorgel, Lesliekabinett und Fender-Rhodes-Piano auf die Bühne, verzichtet auf machbare Gagen, um sich einen vierstimmigen Bläsersatz zu leisten und spielt dann auch noch frech eine Musik, die alles „Gestylte“ und „Trendige“, was heute so als Klangtapete im Quotenradio läuft, konsequent ignoriert ????

…und wer hält das nun inzwischen schon mehr als 40 Jahre durch und hat auch keineswegs die Absicht, in nächster Zeit damit aufzuhören?

 

Die Band „Pro Art“ aus Ilmenau.

 

Wenn man „Pro Art“  erlebt, kann man verstehen, warum das so ist. Da groovt der Bassist wie ein Uhrwerk mit einem Drummer, der so wunderbar spröde und modern spielt, dass da ein Rhythmusfundament entsteht, auf dem sich die „fette“ (und diese Orgel verdient dieses Wort wirklich)  Hammond B3 von Andi Geyer so richtig austoben kann. Da perlt das alte Fender-Rhodes, funkt die Gitarre, schieben sie zusammen mit dem vierstimmigen Bläsersatz dem Publikum die Blues-, Funk- und Latin-Riffs auf die Ohren.

Die Band spielt sich die Seele aus dem Leib. Diese Mischung aus alten, gestandenen Thüringer Blues- und Soulmusikern mit den jungen „Wilden“, die mit der Musik der „Alten” aufgewachsen sind und das mit dem mischen, was ihr heutiges Lebensgefühl ist: Nu’Jazz, Triphop, Drum’n Bass. Hier spielen Väter mit ihren Söhnen. Viele eigene Stücke neben Coverversionen alter Klassiker kommen von der Bühne. Die Band hat einen großen Fundus an Musik, aber am spannendsten sind die immer wieder neu entstehenden Situationen bei den vielen Improvisationsstrecken, wenn „Pro Art“ mal wieder einfach nur „groovt“.